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Der freiwillige Kodex hilft bei einer Pflicht, die längst gilt.

Der Transparenz-Kodex der EU ist seit dem 10. Juni 2026 da und freiwillig. Artikel 50 der KI-Verordnung gilt dagegen seit August 2026 verbindlich.

Oliver Leifken
Oliver Leifken
Social-Media-Managerin mit Smartphone und Laptop-Bildbearbeitung am Schreibtisch, daneben ein orangefarbenes Etikett

Der Transparenz-Kodex der EU ist eine freiwillige Hilfe für eine Pflicht, die längst gilt1. Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt seit dem 2. August 2026, dass KI-generierte Inhalte erkennbar sind12. Der Kodex sagt, wie Anbieter und Betreiber das umsetzen können1.

Wenn bei euch KI-Inhalte im Marketing entstehen, ändert der Kodex nichts an der Pflicht, er macht sie nur leichter umsetzbar. Das ist eine Einordnung aus der Beratungspraxis, keine Rechtsberatung. Rechtsstand: 11.09.2026.

Was ist passiert?

Die EU-Kommission hat den Kodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte am 10. Juni 2026 in der endgültigen Fassung veröffentlicht1. Er ist freiwillig und soll Anbietern und Betreibern helfen, die Pflichten aus Artikel 50 zu erfüllen1. Bis Ende Juli 2026 hatten rund 190 Unternehmen und Organisationen unterzeichnet1.

Kernaussage

Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der KI-Verordnung rechtsverbindlich12. Der Kodex vom 10. Juni 2026 ist dagegen freiwillig und beschreibt nur, wie Kennzeichnung sauber gelingt1.

Welche Fakten sind belegt?

Die Kommission beschreibt den Kodex auf ihrer eigenen Seite1. Er hat zwei Abschnitte, einen für Anbieter und einen für Betreiber1. Anbieter markieren und erkennen KI-Inhalte, Betreiber kennzeichnen Deepfakes sowie KI-erzeugte oder veränderte Texte1. Wer nicht unterzeichnet, muss einzeln nachweisen, dass die eigenen Maßnahmen ausreichen1.

  • Der Kodex wurde am 10. Juni 2026 in der endgültigen Fassung veröffentlicht1.
  • Abschnitt 1 richtet sich an Anbieter und regelt Markierung und Erkennung von KI-Inhalten1.
  • Abschnitt 2 richtet sich an Betreiber und regelt die Kennzeichnung von Deepfakes und KI-Texten1.
  • Artikel 50 der KI-Verordnung gilt rechtsverbindlich seit dem 2. August 202612.
  • Bis Ende Juli 2026 hatten rund 190 Unternehmen und Organisationen unterzeichnet1.
  • Unterzeichner bekommen Kennzeichnungs-Symbole der EU und arbeiten in den Arbeitsgruppen mit1.
  • Zu unterscheiden ist davon der GPAI-Kodex vom 10. Juli 2025 für Anbieter allgemeiner KI-Modelle3.
Abschnitt Für wen Was er verlangt
Abschnitt 1 Anbieter Markierung und Erkennung von KI-Inhalten1
Abschnitt 2 Betreiber Kennzeichnung von Deepfakes und von KI-Texten1

Ein Beispiel zeigt, wie Anbieter das umsetzen. Anthropic hat den Kodex im Juli 2026 unterzeichnet und versieht Claude-Modelle, die nach dem 2. August 2026 erschienen sind, mit unsichtbaren Wasserzeichen im Text4.

Was heißt das für den Mittelstand?

Für den Mittelstand zählt Abschnitt 2, der für Betreiber1. Wer KI-Bilder in der Werbung, KI-Texte auf der Website oder synthetische Stimmen in der Telefonansage einsetzt, ist Betreiber und nicht Anbieter1. Das betrifft praktisch jeden Betrieb mit Marketing. Drei Folgen sind konkret.

  • Die Pflicht gilt seit August 2026, der Kodex ändert daran nichts12.
  • Die EU stellt Unterzeichnern Kennzeichnungs-Symbole bereit, das spart eigene Gestaltungsarbeit1.
  • Ohne Unterschrift musst du die Wirksamkeit eigener Maßnahmen selbst belegen1.

Was genau gekennzeichnet werden muss und wie ein Hinweis aussieht, steht im Beitrag Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Wenn du Begleitung brauchst, findest du sie in meiner Beratung zu Regulatorik.

Was ist noch offen?

Offen ist, wie die Aufsicht den Nachweis ohne Unterschrift bewertet. Die Kommission nennt Vorteile der Unterzeichnung, aber keinen Maßstab für Betriebe, die nicht unterzeichnen1. Ein zweiter Punkt ist dagegen geklärt. Die Kommission richtet den Kodex an Anbieter und Betreiber generativer KI-Systeme, nennt keine Grenze nach Unternehmensgröße und stellt ein Formular für Unterzeichner bereit1.

Meine Empfehlung aus Erfahrung

Meine Einschätzung: Die Kennzeichnung ist der billigste Teil der KI-Verordnung und wird trotzdem am häufigsten übersehen. In meinen Projekten fällt sie meistens im Marketing auf, wenn die Bilder schon auf der Website stehen. Ich würde zuerst eine Liste machen, wo im Haus überhaupt KI-Inhalte entstehen, und danach eine einheitliche Formulierung festlegen. Der Kodex ist dabei eine Hilfe, die Pflicht selbst steht in Artikel 50.

Wie nutzt du den Transparenz-Kodex im Betrieb?

Drei Schritte reichen für den Einstieg. Sammle, wo im Haus KI-Inhalte entstehen, von der Werbeanzeige bis zur Telefonansage1. Lege eine einheitliche Formulierung für den Hinweis fest und schreibe sie in die KI-Richtlinie. Prüfe zum Schluss, ob die Angebote der Kommission für dich infrage kommen1.

Wenn du unsicher bist, wie ein Hinweis formuliert sein sollte, schreib mir kurz.

Häufige Fragen

Muss ich den Kodex unterschreiben?

Nein, er ist freiwillig [1]. Die Pflicht steht in Artikel 50 der KI-Verordnung und gilt seit dem 2. August 2026 unabhängig davon [1][2]. Wer nicht unterzeichnet, muss gegenüber der Marktüberwachung selbst darlegen, dass die eigenen Maßnahmen ausreichen [1].

Was bringt die Unterzeichnung konkret?

Die Kommission nennt fünf Vorteile: nachgewiesene Konformität, weniger Verwaltungsaufwand über die Mitgliedstaaten hinweg, mehr Rechtssicherheit, Zugang zu den Kennzeichnungs-Symbolen der EU und die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen der Unterzeichner [1]. Für einen Betrieb mit Marketing zählen davon vor allem die Symbole.

Gilt das auch für einen Text, den ich mit KI geschrieben habe?

Ja. Abschnitt 2 des Kodex nennt ausdrücklich die Kennzeichnung von Deepfakes sowie von KI-erzeugten und KI-veränderten Texten [1]. Maßgeblich bleibt der Wortlaut von Artikel 50 der KI-Verordnung [2]. Wie das im Alltag aussieht, steht im Beitrag zur Kennzeichnungspflicht.

Quellen

  1. Europäische Kommission: Code of Practice on Transparency of AI-generated Content (2026), abgerufen am 11. September 2026
  2. Amtsblatt der Europäischen Union über EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 (2024), abgerufen am 11. September 2026
  3. Europäische Kommission: The General-Purpose AI Code of Practice (2025), abgerufen am 11. September 2026
  4. Anthropic: Introducing Claude Fable 5.1 and Claude Mythos 5.1 (2026), abgerufen am 11. September 2026

Stand 10. Juni 2026 · geprüft am 12. September 2026

Oliver Leifken
Oliver LeifkenZertifizierter KI-Strategieberater. Über zehn Jahre Projekte in der Banken-IT, heute Beratung und Umsetzung für den Mittelstand.Über mich
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